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Dr. Nacht a.k.a. Ivan Lendlike a.k.a. Bruno Lafitte oder einfach nur Tassilo hat uns seine schriftlichen Gedanken zu aktuellen Musikveröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die monatlich in der Raveline (www.raveline.de) erscheinenden Rezensionen werden ab sofort auch monatlich bei uns auf dieser Seite zu finden sein. Die besprochenen Platten bekommt ihr natürlich bei uns im Laden.



platten im herbst:

Henrik Schwarz - DJ Kicks (!K7/Rough Trade) Henrik Schwarz ist einer der House-Protagonisten der Stunde. Das klingt schon wieder fast zu wenig, denn er hat schon seit einiger Zeit einen konstanten Output, der auch noch alnge anhalten wird, das neueste Werk durfte ich am Wochenende in einem Club hören und ich war begeistert. Schön, dass die Jungs von K7 das ähnlich sehen und ihn zu einer weiteren DJ-Kicks Ausgabe eingeladen haben. Herr Schwarz bedankt sich mit einer der besten DJ Kicks, die ich gehört habe, eine sehr abwechslungsreiche Platte für das 4/4 Takt Tanzparkett. Das verwundert vielleicht im erstem Moment, wenn man die Track-Lise anschaut, aber er hat das gut gelöst, indem er den roten Faden des oben genannten Taktes durch den ganzen Mix zieht und dadurch Soul-Tracks von James Brown oder D’Angelo oder den Afro-Kracher von Amampondo den perfekten Drive gibt für nächtliche Tanzeinlagen. Natürlich sind auch drei seiner eigenen Tracks dabei, neben „Jon“ und der Coldcut-Remix von „Walk A Mile...“ sein aktuelle 12“ Release „Imagination Limitation“. Klasse! Anspieltipps: Henrik Schwarz – Imagination Limitation, Drexciya – Black Sea, Womack & Womack – Conscious Of My Conscious

Justus Köhncke - Advance
(Kompakt) Seine bereits siebte 12“ bei Kompakt und bestimmt nicht seine Letzte. Köhncke, das ist der ewig jung gebliebene Disco-Crooner. Keine trockenen drögen Beats, immer den kleinen Details und Hands-In-The-Air. „Advance“ reiht sich mühelos in dieser Tradition ein, unwiderstehlich elegant marschiert der Beat über die Tanzfläche. „Overhead“ deutlich akzentuierter im Beat für Beat. Uplifting, die Höhe ankratzend, Luft holend und hoch das Bein. Die Discokugel schaut euch zu.











V.A. - Compost Black Label Series (Compost Records/Groove Attack) Weiter geht es mit der Black Label-Serie von Compost, 4 Veröffentlichungen innerhalb von 2 Monaten für den Dancefloor. Den Auftakt bilden zwei talentierte Nachwuchs-DJs aus den Niederlanden.

#11: TJ Kong & Nuno Dos Santos
TJ Kong und Nuno Dos Santos haben sich in den letzten 2 Jahren in der hiesigen Szene einen Namen gemacht und beschallen regelmäßig Partys und Clubs, wie z.B. Amsterdams „11“, der Szene-Club momentan. Auf der A-Seite gibt es „Circus Bells“ in zwei Varianten: der Technucada Mix ist ein Bossa-getränktes Techno-Monster, gespickt mit Rave-Elementen um den südamerikanischen Beat herum. Der Spacemuffin Mix mit schleppendem Dubbeat, ähnlich fiepsend, aber mit etwas weniger Tempo, mehr für den Ausklang des Abends. „The Deep End“ auf der B-Seite zieht die Spannungskurve wieder nach oben. Percussive Marschrichtung, Synthie-Läufe, psychedelische Wirkung: Sofort tanzen!

#12: Wagon Cookin
Die beiden Spanischen Brüder Javi und Luis Garayalde stehen hinter Wagon Cookin’ und waren schon auf Rainer Trübys Compilation „Glücklich Vol. 5“ bei Compost aufgetaucht. „Start To Play“ marschiert mit leichtem Discobeats und souligen Vocals auf den Club-Floor. „Don’t Stop“ setzt dort an, legt die Vocals ab und baut massive Percussion-Elemente ein. „Baila Mi Base“, inspiriert von ihrer neuen Wahlheimat Brasilien ist ein Funk-bleependes Ungetüm, welches Gehörgang und Beine penetriert.

#13: Phreek Plus One
Phreek Plus One, das italienische Produzenten-Team (Ivan Savoldi, Alessandro Cattanatti, Giovanni Guerretti) schlägt wieder zu. Nach #7 jetzt auch die #13. Und natürlich geht es wieder in Stoßrichtung DISCO. Die Cosmic-Variante, aufgewachsen Ende 70er/Anfang 80er in Italien und heutzutage sehr beliebt und wiederbelebt. „Phreek Party“ ist ein fast mythischer Trip zurück an den Gardasee. Ein feiner Disco Boogie Tune mit elektroiden Elementen und Afro Funk. Willkommen in der Zeitschleife. „Laser Rock“ ist die Bass-bolzende Space-Invasion des Dancefloors, tief, tiefer... Und „Back To Fatback“ ist wie aus einen 80er College-Film entsprungen. Man sieht sie vor sich, die Protagonisten, in ihren schrecklichen Klamotten. Es ist wie bei einem Autounfall: Schrecklich, aber man muss trotzdem hinschauen. Ähnlich geht es bei diesem Track, hat was ...

#14: Move D
Der Heidelberger Move D ist ein alter bekannter bei Compost. Eine eigene 12“ („Hurt Me“) und einen Beitrag auf „Future Sound Of Jazz Vol. 3“ steuerte er dem Münchner Label bei. Seine 4 Tracks bewegen sich zwischen Techno, Dub und Funk mit verschiedenen Schwerpunkten, „Like I Was A King“ und Horsin’ Around“ sind die beiden gradlinigen Dancefloorfiller, während „Your Rolling Hills“ und „Silk Dub“ etwas verspielter daherkommen.



Katerine - Robots Après Tout (Bungalow/PIAS/Rough Trade) Philippe Katerine ist ein viel beschäftigter Mann: Musiker, Schauspieler, Regisseur und Basketball hat er auch mal gespielt. Und nach 6 Alben geht er nun neue Wege. Die Rolle des elektronischen Sonderlings nimmt er an, weg vom charmanten Romancier, weg mit seiner Band, nun bestimmen Regler und Schaltkreise die Musik: „Robots Après Tout.“ Er erzählt die Geschichte des Kampfes gegen die wachsende Macht der Maschinen und hat sich dabei mit Gonzales und Renaud Letang (Produzent von Feist) zwei Mitstreiter ins Boot geholt. Seine Songwriter Qualitäten hat der Umschwung nicht geschadet und so strahlen zwischen den französisch-charmanten Tracks einige Hit-Perlen wie „Numeros“, „100% VIP“ oder „Qu’est-Ce Qu’il A Dit“ hervor. Eine sehr unterhaltsame Reise in das Herz Frankreichs. Oder die Leber? Großhirn? Bauch? Die spinnen, die Franzosen ...

Eliot Lipp - Steele Street Scraps (Hefty!/Alive/MDM) Der Amerikaner Eliot Lipp präsentiert mit „Steele Street Scraps“ eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Tacoma. Seine Formel lautet Sythie-Funk, Electro und HipHop und ist darüber hinaus eine Reminiszenz an seine Vorbilder DJ Shadow, Premier, A Tribe Called Quest, Madlib und Prefuse 73. Allerdings wirken seine Tracks für diesen Anspruch etwas blutleer. Es könnte mehr kicken, es wirkt jedoch etwas konstruiert und uninspiriert ...










Jean-Paul Bondy - The Path Of Most Resistors (Compost Records/Groove Attack) Seit Anfang der 90er macht Jean-Paul Bondy Musik, bisher untern den Namen Volum und zusammen mit Justin Maxwell als Volsoc. Nun sein Debutalbum unter seinem echten Namen. „The Path Of Most Resistors“ bündelt all diese verschiedenen Outputs bis dahin, gibt eine neu geschaffene Essenz. Ein krasser Elektrosound voller Klick und Klacks und Breaks, aber auch mit viel Funk, atmosphärisch und jenseits vom Zeit-Raum-Gefühl. Gespickt mit Gästen wie Carl A. Finlow, John Tejada oder Bass Kittens.



V.A. - Elaste Vol. 1/Slow Motion Disco; Compiled By DJ Mooner (Compost Records/Groove Attack) Gerade jetzt, wo Produzenten wie Lindstrøm und Prins Thomas mit ihrem Cosmic Disco Sound erfolge feiern, gibt uns Compost Records einen Einblick in die Anfänge dieses Sounds. Entstanden ist er gegen Ende der 70er Jahre in Italien in der Diskothek „Cosmic“, ausgezeichnet hat er sich durch schleppende Soul- und Disco-Beats mit wilden Percussion-Einlagen, mit deutschen Electronics, mit Bolero und Delay-Effekten. Im Gegensatz zum großen Bruder Italo-Disco blieb die Cosmic-Variante verschont vom Ausschlachten und Ausverkauf durch den Mainstream. DJ Mooner, des Plattensammlung zu einem Großteil aus dieser Ära stammt, hat einen interessanten Querschnitt zusammengestellt, der eine obskure Gradwanderung des guten Geschmacks darstellt. Großartig. Anspieltipps: Heaven 17 – I’m Your Money, Logic System Clash (Chinjyu Of Sun), Clive Stevens & Brainchild – Mystery Man/Remix

Clark - Body Riddle (Warp/Rough Trade) Ein Rätsel ist auch mir hin und wieder die Musik ... Chris Clark kombiniert die Live-Instrumentierung von (Kraut)Rock-Musik mit elektronischen Kompositionen. Und das kann man schon wirklich als Trip bezeichnen. Wohin der führen soll, das wird mir leider nicht so richtig klar. Düster, holprig und verzerrt sind die musikalischen Fragmente, die wahrscheinlich nur unter exzessivem Konsum von wasweißich einen Sinn ergeben. Wenn mans ohne probiert, wird es mit der Zeit leider etwas anstrengend.











Dani Siciliano - Why Can’t I Make You High (!K7/Rough Trade) Die Single-Auskopplung zum aktuellen Album als Sammler-freundliche 7“, chic! Dani Siciliano präsentiert hier mit „Why Can’t I Make You High“ einen feinen Party-Cocktail für den Spätsommer. Ein Schuss Jazz, etwas Country, eine starke Prise Elektronik und mit Swing verfeinert. Barkeeper Matthew Herbert hat ein perfektes Händchen, um aus den verschiedensten Zutaten einen schmackhaften Cocktail zu machen, zumal seine Zutaten erst den richtigen Pfiff durch die einzigartige Stimme von Dani bekommen. Gelungen.

Drrtyhaze - Voodoo EP (Gomma/Groove Attack) Und noch eine neuer Act auf Gomma. Drrtyhaze sind Mr. Drrty und Drilla aka Haze, zwei DJs aus New York. Ihrem Viertel, der Lower East Side, ist der erste Track gewidmet. „Sound Of The L.E.S.“ ist eine satte SlowDisco-PartyBoogie Nummer die sich stetig in die Tanzbeine hineinfrisst. Auf der B-Seite zwei total vertrippte Downbeat-schlurfer. „Hey Mama“ mit penetrierender Sirta und „Foutre Lag“ mit fiepsender Fläche und Atemproblemen.



Nickodemus - Endangered Species (ESL Music/Soulfood) Aufgewachsen in den Häuserschluchten New York Citys, hat Nickodemus die Musik der lokalen Künstler aufgesogen, welche die Stadt unerlässlich ausspuckt. HipHop, Latin, Disco und Soul standen ganz oben auf der Speisekarte. Das hatte so einen großen Einfluss auf ihn, dass er selbst Musik machen wollte. Hat er auch geschafft, zu seinen Sommerpartys an den Chelsea Piers z.B. kommen regelmäßig mehr als 1000 Tanzwütige. Die Formel, wie auch bei seinem Debutalbum, „Musik aus allen Ecken, Hauptsache sie hat Soul.“ „Endangered Species“ ist eine Art Hommage an all jene, die den vielfältigen multikulturellen New York Sound geprägt haben, die es sich aber nicht mehr leisten können und unter der schnelllebigen Trendsuche leiden. Das Album präsentiert sich als Weltreise durch die Musik, in New York alles nur ein Katzensprung voneinander entfernt. Jazziger HipHop („Give The Drummer Some“) trifft auf latineske Summer-Beats („Mi Swing Es Tropical“) oder arabische Soundcollagen („Cleopatra In New York“). Das sind nur drei Stationen einer aufregenden Reise durch den Soundkosmos von Nickodemus, durch die Vielfalt einer nie schlafenden Stadt.

Thunderball - Cinescope (ESL Music/Soulfood) Steve Raskin und Sic Barcelona sind zurück im neu angereicherten Gewand. Nach diversen Arbeiten für ihr anderes Projekt (Fort Knox Five, zusammen mit DJ JonH) haben sie mit viel Liebe zum Detail ein Album produziert, welches an jeder Ecke funkelt und glänzt. Eine Zeitreise in die Agentenfilme der 60er Jahre einerseits, aber auch frisch und modern und dadurch zeitlos. Grundzutaten: Latin-Funk, Afrobeats, Indian Dub und vor allem Coolness. Dazu kommen je nach Track feine Beigaben wie Bogaloo, Reggae Vibes, HipHop oder Soul. Wie aus einem Guss. Mit illustren Gästen wie Africa Bambaataa oder Mustafa Akbar. Stilvoll bis in die Spitzen, das haben die beiden Diplomatensöhne einfach im Blut.











Lo-Fi-Fnk - Wake Up (Moshi Moshi/V2/Rough Trade) Wacht auf, Lo-Fi-Fnk treten dich in den Hintern und kicken hier mit „Wake Up“ ordentlich auf die Synthie-Tube, da bleibt kein Körper regungslos, wenn zu großen LoFi-Pop-Angriff geblasen wird. Im weiteren Gepäck gibt’s zwei Remixe, von Beckster und Justus Köhncke. Ersterer treibt uns mit Hall und Effekt in den Technotunnel, während Herr Köhncke sein ganzes Discowissen in die Waagschale wirft und  in vergangenen Dekaden fündig wird.

Jens Lodén - Automatismism (Ajabu!/Nova MD/MConnexion) Mit seiner Band Reunion hat er schon einige 12“es veröffentlicht, nun präsentiert der Schwede Jens Lodéb sein Debutalbum. Eine genussvolle Reise voll groovendem Flow zwischen House, Electro und Downbeat. Seine Stärken offenbart das Album vor allem durch den Auftritt diverser Gastmusiker. Jeder Track bekommt so seine eigene Marke. „Resistance“ und „So Far“ werden von Per Johanssons Saxophon getragen, „Anti Contradiction“ durch Noah Hoffelds Cello. Sehr gut aufeinander abgestimmt, wie auch bei den übrigen Musikern und dadurch ein schönes Herbstabend-Album für den Kamin.



V.A. - Where We At (Innervisions/Sonar Kollektiv) Dixons großer Wurf! Innercity heißt seine monatlich Partyreihe im Berliner Weekend-Club, Innervisions ist das Label dazu, wo befreundete Künstler ihre Definition von House präsentieren, Marschrichtung Dancefloor. Schon die ersten Releases (Tokyo Black Star/Âme) schlugen hohe Wellen und katapultierten das Sublabel vom Sonar Kollektiv in eine „State Of The Art“ Position. Die Platten wurden zum beliebten DJ-Futter und fühlen die Dancefloors rund um den Globus. Neuentdeckungen wie der Wuppertaler Marcus Worgull gehören ebenso zu den Protagonisten wie auch die beiden „alten Hasen“ Gilb’r und I:Cube aka Chateau Flight aus Paris. „Where We At“ ist ein Werkschau mit den Releases so far, alle nochmals ediert und auf den CD-Gebrauch abgestimmt. In Zukunft wird die Vinyl-Serie in Eigenverantwortung betrieben, zusammen mit Frank Wiedemann und Kristian Bayer (Âme), man wird weiterhin gespannt auf jeden Release sein. Innervisions ist ein großes Statement zur Lage von deeper House Musik, hineinkatapultiert ins 21. Jahrhundert, pendelnd zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft und gerade dadurch ganz weit vorne. Anspieltipps: Marcus Worgull – Dragon Loop, Chateau Flight – Baroque, Âme, Dixon & Henrik Schwarz – Where We At

Luomo - Paper Tigers (Huume/Alive/MDM) Hinter Luomo steckt der Produzent Vladislav Delay. „Paper Tigers“ ist die die dritte Platte unter diesem Projektnamen und getreu seinem Motto versucht er inhaltlich nicht an die beiden Vorgänger anzuknüpfen, sondern experimentiert weiter. House Musik als Traumlandschaft als Blick durch ein Kaleidoskop. Breit fächern sich seine bunten Steine und schaffen neue Verbindungen, die durch die elfenhafte Stimme der Jazz-Sängerin Johanna Iivanainen besonders akzentuiert werden. Ein kosmischer Trip durch ambientös-mäandernde Pfade jenseits der Autobahn.











Mocky - Extended Vacation inkl. Remixe (Four Music) Was könnte schöner klingen, als ausgedehnte Ferien. Für Alle. Und am liebsten für immer. Mocky, mit seiner zweiten Auskopplung aus dem Album „Navy Brown Blues“, setzt sich dafür ein. Ein Funk-getränkter Pop-Song mit 80er Reminiszenz. Wer erinnert sich nicht an die Sommerferien seiner Kindheit... Dazu drei exquisite Remixe. Eric D. Clark mit 9 Minuten House-Experience inkl. Funk und feiner Dramaturgie. Radio Slave mit der reduzierten und düsteren-hypnotischen 4/4 Takt Variante und schließlich Rekid, das Minimal Alter Ego von Radio Slave, mit einer de- und neukonstruierten Version aus HipHop, Grime und Electro.

Soultourist - Yeah! (Drumpoet Community/Compost/Groove Attack) Dritte Veröffentlichung des Züricher Labels drumpoet.comMunity. Soultourist ist ein 4er Kollektiv bestehend aus Ron Shiller, Foster, Phil Wüger und Big Clap. „Yeah!“ ist die gemeinsame Verneigung vor Detroit-Techno, sehr deep und drangvoll, für die Primetime in den Clubs. „Maniac“ ist bei 100 bpm angesiedelt, ein einrollender Groove mit Synthie- und Effekt-Einsatz, ideal um die Partycrowd zu Beginn des zum Mitwippen zu animieren. Mehr davon!



ESL Remixed - The 100th Release Of ESL Music (ESL Music/Soulfood) Eine Dekade ist es nun schon her, als sich Eric Hilton und Rob Garza unweit vom Weißen Haus in Washington dazu entschlossen ein eigenes Label für ihr Projekt Thievery Corporation zu gründen. ESL war geboren und anders als ursprünglich geplant nahm man auch weitere Künstler auf, die einen seelenverwandten Spirit und Flow von Musik haben wie die beiden Amerikaner. So sammelten sich hier Artists wie Ursula 1000, Chris Joss, Thunderball oder Federico Aubele, die Musik schwingt zwischen trippigen Downbeats, Mod-Breakbeats, Afro- und Latinbeats. Als 100. Release gibt es nun diese Compilation, auf der die ESL-Acts von weltweit gefragten DJs und Produzenten geremixt werden. Boca 45 nimmt sich „Stereo Tonic“ von Thunderball an, um es mit fetten Dopebeats aufzupolieren, das Bombay Dub Orchestra schenkt Thunderballs „Road To Benares“ einen orchestralen Trip nach Indien und Hilton und Garza veredeln „Tamarindio“ von Adrian Quesada. Was alle Remixer geschafft haben: ihren eigene Note mit dem ESL-Spirit symbiotisch zu verbinden, sehr schön. Anspieltipps: Chris Joss – Wrong Alley Street (Fort Knox Five Remix), Thievery Corporation feat. David Byrne – The Heart’s A Lonely Hunter (Louie Vega Remix), Ursula 1000 – Boop (Skeewiff Remix)

Henrik Schwarz - Imagination Limitation/DJ-Kicks EP (!K7) Exklusiv für die DJ-Kicks hat Henrik Schwarz diesen Track produziert. Und wieder eine dramaturgische Meisterleistung. Ein fast pathetisch klingendes Piano läutet die Runde ein, bevor sich nach und nach die Mosaiksteine zusammensetzen und wir in eleganten House-Zonen landen. Das Piano nimmt seinen Platz ein, hinzu kommen Ansätze von Disco, Afrobeat, Techno und Funk. Dazu hat er die Vocals selbst eingesungen, evt. dürfen wir uns demnächst mehr davon anhören.











Box Codax - Naked Smile (Gomma/Groove Attack) Box Codax ist das lang erwartete Solo-Projekt vom Franz Ferdinand Gitarristen Nick McCarthy und seinem Kollegen Alex Wagner. Als Appetizer für das Ende September erscheinende Debut-Album gibtes nun „Naked Smile“. Eine Tief-Frequenz Pop-Disco Nummer die klingt als wäre David Byrne zum ersten mal in einer Disco gewesen oder man würde eine Gnarls Barkley Single auf 33rpm laufen lassen. Sehr charmant. Der Metronomy Mix deutet eine gewisse Tempoverschärfung an, erfüllt sie dann doch nicht und verliert sich in hüpfenden Beat und sanften Flächen. Naum Gabo aka Optimo dreht mit seinem Remix das Rad der Geschichte zurück und verfrachtet uns in einer 80er Italo-Disco. Direkt neben uns tanzt Adriano und draußen mischen Terence Hill und Bud Spencer die bösen Buben auf. Let’s Dance.

Dana und Sirius Mo - Ick Hab Wat Bessret Vor (Bungalow/PIAS/Rough Trade) Der Appetizer zum bald folgenden Debut-Album von Sirius Mo, Berliner Musiker, Graffiti Künstler und Buch-Illustrator, und der Sängerin Dana. Ein Rotziger Elektro-Funk Track im Berlin Style mit typischer Stimme und Storytelling. Dazu gibt es die Version Für’n Club, gestreckt und weitergroovt, und den Sirius Mo Mix. Noch etwas kantiger, härterer Elketro-Fffunk, explodierend und marschierend.



V.A. - Pearls In Front Of Pigs/5 Years Of Popup-Records (Popup) 5 Jahre schon verzückt uns popup mit seiner nonkonformen den Mainstream verlachenden Indietronic-Pop Musik, 5 Jahre balanciert man am Rande der Spannung, des Nervenzusammenbruchs und pendelt zwischen himmelhoch jauchzend und tief betrübt. Aber Labelmacher und Künstler machen weiter, aller Schwierigkeiten zum trotz, es gab ja auch genug Lichtblicke und Volltreffer für das Label. Die Compilation blickt zurück auf ihre größten Erfolge (z.B. „Mazdas Of Rock“ von Ocker) und wagt mit einigen Tracks einen Ausblick auf noch nicht veröffentlichte Alben (Hardman, White Daughter). Das Spektrum reicht dabei von geschliffener Gitarrenmusik über stampfende Dancefloorfiller bis hin zu anmutigem Songwriting. Ein sehr feines Spektrum, wohldosiert und gut gemischt. Auf die nächsten 5 Jahre. Anspieltipps: Klein – Lost, Splatterdandy – Kreuzberg, Hardman – Nerds In A Coma

V.A. - C/O POP Festivalcompilation
(c/o pop/Rough Trade/Kompakt) Auch im dritten Jahr nach der Popkomm gab es keine Ermüdungserscheinungen beim Nachfolge-Event c/o pop. Der Kölner hat sich dran jewöhnt ... Auf der Festival-Compilation finden sich 22 ausgewählte Künstler, die einen repräsentativen Durchschnitt bieten. So findet man hier Newcomer wie The Pipettes oder Jens Lekman, ebenso wie etablierte Künstler wie Jan Delay oder das angesagteste, was man im Club zur Zeit hören kann, wie z.B. Dirt Crew, Tobias Thomas oder Gui Boratto. Neben 4 exklusiven Tracks, finden sich auf der Compilation auch fast nur Stücke, die bislang nur auf Vinyl erschienen sind. Wieder mal eine gelungen Mischung und Zusammenstellung der Up-To-Date-Musik von heute. C/O POP marschiert ... Anspieltipps: Thomas/Burger – My Favourite Dress, Phantom Ghost – Relax, It’s Only A Ghost (Pantha Du Prince Remix), Pascal Schäfer – Poupée











Koop - Koop Islands (Compost Rec./Groove Attack) Willkommen auf den Koop Islands. Bitte schnallen sie sich so schnell wie möglich ab, verlassen sie zügig das Flugzeug und begeben sich auf die große Entspannungsrundreise. Ihre beiden Reiseführer Oscar Simonsson und Magnus Zingmark zeigen ihnen erlesene Melodien aus dem breiten Spektrum der Jazz-Musik, ganz unprätentiös und locker. Tauchen sie ab in den „Koop Island Blues“, in unendliche Tiefen voller Melancholie. Erklimmen sie „The Moonbounce“, den Gipfel einer verträumt-Bossa-inspirierten Tagestour oder stürzen sie sich in Brandung „Beyond The Son“. Eine emotionale Reise mit Karibik-Flair und Feel-Good-Garantie.

Marsmobil - Minx (Compost/G-Stone) Leidenschaft, Pathos, Verspieltheit und die Leichtigkeit des Seins. Roberto Di Gioia vereint diese Eigenschaften quer durch Jahrzehnte der Musikgeschichte auf  dem zweiten Longplayer von Marsmobil. Ein bisschen Air, ein bisschen Talk Talk und vielleicht etwas 60er/70er Psychedelic. Dazu nimmt man sich zwei Up-To-Date Clubsound-Produzenten und eine Sängerin mit charmant-markanter Stimme. DI Gioia ist langjähriger Keyboardspieler bei Klaus Doldinger , hat auch sonst mit vielen Größen der Jazz-Szene zusammengearbeitet und ging Ende der 90er Jahre mit seinem Projekt Marsmobil seinen eigenen Weg. Der Appetizer zum neuen Album war die Single „We Love Munich“, offizielle WM-Hymne der Stadt München mit Ohrwurmqualitäten.



Muallem - Mutations °2 (Compost Records/Groove Attack) Der Münchner Muallem und Teil 2 seiner Mutationen, 4 neue Remixe. Den Anfang machen die Labelkollegen von Phreek Plus One. Deren Bearbeitung von „Cheerleader“ (feat. Shawn Lee) gibt es jeweils als Vocal- und Instrumental-Version. Lees Soul-Stomper auf Cosmic Disco getunt, sehr elegant. „Shanti Dance“ wird von den belgischen Glimmers verfeinert. Acid und Dub verwandeln den Track in eine unauffällige, aber unübersehbare Tanzflächen-Affäre. Ebenfalls vom Label, Eddy Meets Yannah, der kroatische Broken Beats Import. „Are You Ready? (Turn Off The Lights)“ wird mit eben genannten Beats gefüttert und stolpert rhythmisch im Stakkato gen Morgendämmerung. Letzter Beitrag: „New Thunder“ feat. Beans im Gewand von &ME, dem Chef-Kollaborateur von KAOS und Soundmeister des Berliner Trixx Studio. HipHop mit reduziertem Beat in digitaler Traumgestalt. Anhalten, lauschen, träumen. Große Flächen. Ausruhen. Kopfhörer.



Herb LF - Jam 2 Tha Mother (Farside/Groove Attack) Herb LF, fast schon ein alter Hase an den Plattentellern zwischen Rhein und Ruhr, präsentiert uns eine neue 12“, die auf Farside erscheint, dem Label seinen Buddys Ingo Sänger. „Jam 2 Tha Mother“ startet mit einem Old School HipHop Beat, der an Robot Dance und Human Leagues „Being Boiled“ erinnert, um dann just nach einer Weile mit House zu fusionieren. Das ganze extrem funky. „Miles“ im Original Mix zwischen Disco und Elektro im angenehmen Deep House Tempo. Der Remix kommt vom Stuttgarter Soulphiction und legt sich so richtig auf die Bretter nieder. Weniger Disco, mehr dicke Bassdrum, willkommen in detroiten Gefilden. Ritsch Ratsch, marschiert er unwiderstehlich davon.


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weiber.kram Trödelmarkt





Ausgabe 11/2006 ab sofort im Handel mit folgenden Themen: Chris Liebing, Cosmic Gate, Heiko Laux, Knee Deep, Milk and Sugar, M.A.N.D.Y., Chicago Special, etc. (www.raveline.de)




aus dem archiv:
August/September 2006 mit Plaid & Bob Jaroc, Movements 2, New Flesh, DJ Krush, DJ Spinna, etc.
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Juni/Juli 2006 mit Phoenix, Herbert, Boards Of Canada, Richard Dorfmeister vs. Madrid De Los Austrias, etc.
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Mai 2006 mit Adem, Dublee, Klein, Gnarls Barkley, Jamie Lidell, Zero DB, etc.
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April 2006 mit Morrissey, Gerd, Ursula 1000, Ascii Disko, Swayzak, Analord, etc.
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März 2006 mit Tosca, Nightmares On Wax, Urban Delights, Markus Güntner, Skye, etc.
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Februar 2006 mit Roy Ayers, Exillon, Voom Voom, Stereo Total, Microsillon EDU K und Prefuse 73
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Januar 2006 mit Egoexpress, Boozoo Bajou, Compost Black Label und dem Sampler Echo Beach.
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Dezember 2005 mit Colossus, Mattafix, Terry's Cafe, Secret Mommy, c/o Pop und Raz Ohara.
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November 2005 mit Dub Club, Marcus Worgull, Sofa Surfers, Jazzflora, Princess Superstar, Mozez, etc.
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Oktober 2005 mit Balkan Beat Box, Lotek Hi-Fi, Confutatis, Torpedo Boyz, Guido Schneider, etc.
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September 2005 mit Mr. Oizo, Sonar Kollektiv, Tosca, Goldfrapp, Frank Popp Ensemble, etc.
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August 2005 mit Superimposers, Egoexpress, Tocotronic, Fat Freddy's Drop, Boozoo Bajou, etc.
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Juli 2005 mit Funky Lowlives, Sell & Snackman, Rivera Rotation, Ferenc, John Tejada & Adrian Leviste, etc.
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Juni 2005 mit Gilles Peterson in Africa, Urbs, Lawrence, Bebel Gilberto, Richard Davis, Roisin Murphy, etc.
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Mai 2005 mit Superpitcher, Maximo Park, Boom Dip, Recloose, Kosma, Mack and MKB, etc.
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