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10.12.2004:
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Troublemakers – Express Way (Blue Note France 2004; 3LP/CD) Eine lange Zeit musste ich auf das neue Album dieses französischen Duos warten, genau gesagt vier Jahre. Nach „Doubts & Convictions“, ihrem Debut Album auf Guidance Recordings welches beinahe jedes Stück auf namhaften Lounge Compilations unterbringen konnte, beschreibt sich eine musikalische Weiterentwicklung die sich weit über funky Breakbeats stellen lässt. Ein Indiz dafür ist ja auch der Label Wechsel, wer würde nicht gern bei Blue Note unterschreiben wenn er dürfte. Das Album zeichnet sich aus durch leichten, aber fülligem Jazz, orchestralen Dramaturgien, bis zu Funk Themen die einen in die Streets of San Francisco versetzen können, sowie drei HipHop Stücken denen „Gift of Gab“ seine Stimme leiht. Neben den streichergeladenen Jazzexplosionen, ragt ganz besonders „Lemon“ heraus. Eine Soulnummer erster Güte mit J. Bikoko Bi Njami als Stimme welche ein klein wenig an Seal erinnert. Und um Niemanden abzuschrecken, wenn ich HipHop sage, meine ich trotzdem Musik, also gekonnte Verbindung von Sprachgesang und Live Instrumentalisierung. Falls Jemand der Leserschaft ein älteres 4 Hero Album kennt, kann hier ruhig einen Glückskauf wagen, denn was offiziell unter dem Namen zweier Produzenten läuft, klingt eher nach Sechs, wobei das Harmonie Orchester noch unberücksichtigt bleibt. Sowohl für Jazzer als auch für Freunde des Lounge Genres, doch in jedem Fall anspruchsvoll. Ein wirklich gelungenes zweites Album was den Jungs wohlmöglich auch Optionen bietet auf grossen Jazzfestivals aufzuspielen, oder zumindest desöfteren auf meinem Plattenteller.



Quantic – Mishaps Happening (Tru Thoughts 2004; 2LP/CD) Wenn man Platten verkaufen will muss man gute Musik machen. Man kann aber auch versuchen einfach Will Holland als Remixer zu engagieren und dann wird schon was draus. Klingt zu einfach um wahr zu sein, scheint aber einen enormen Wahrheitsgehalt zu haben und wer das nicht glaubt hört sich einfach Mishaps Happening an. Dieser Mann spielt sich mit Leichtigkeit und Ideenvielfalt in die Herzen eines jeden Downbeat DJs. Ich würde ihn als Weltmusiker der Dance Industrie bezeichnen, denn mit seinem Funk Touch produziert der Multi-Instrumentalist einen Broken Beat Hit nach dem nächsten. Besonders gern arbeitet er mit Alice Russel zusammen, die einigen seiner Stücke schon ihre Stimme leihen durfte und auch Ihr Debut Album zu grossen Teilen von Ihm hat produzieren lassen. Leichter NuJazz wird hier mit Latin Funk gepaart und lässt keinen Fuss ungewippt. Besonders hervorstechend finde ich „Prelude To Happening“ welches ein fernöstlices Flair ins moderne Lounge Wohnzimmer holt, doch auch die Tracks mit Soul Rotzgöre Spanky Wilson bieten ungeheures Potential. Schmoove und ich bevorzugen oft den Titeltrack des Longplayers, da er über ein Bossa Thema lange Spannung aufbaut, und diese Erwartungshaltung nach ein paar Minuten mit einem groovenden Breakbeat belohnt. Belohnt wird auf jeden Fall jeder der sich ein Quantic Album zulegt, auch wenn es nicht das Aktuelle ist, denn zuvor sind schon zwei Alben, ebenfalls auf Tru Thoughts, erschienen.



Deladap – Angelo (Ecco Chamber 2004; 12“) Ich habe bisher noch keine Ahnung wer hinter diesem Namen steckt, aber da ein Longplayer schon angekündigt ist werden wir es bald wissen. Auf der A-Seite rotiert die Originalversion von Angelo, einer Nummer die jeden Fan von Gotan Project begeistern wird, auch wenn hier nicht das Schifferklavier den Ton angibt. Vielmehr sind es Streicher und ein eher spanisches Akustikgitarrenriff wenn ich auch portugiesische Vocals hinter dem Gesang vermute. Im Gesamteindruck bleibt ein zigeunerfreundliches Tanzstück untermalt mit einem 4/4 Takt der durch gepinselte Schlagzeug keinesweg dem House zu vergleichen ist. Einfach grossartig als Eindruck und absolut gute Laune als Nachdruck bleibt über diese Scheibe zu sagen. Auf der Flipside darf sich Karuan an einer dubbigen House Version versuchen und wird mit meiner Kritik auch belohnt. Die Betonung liegt eindeutig auf einer schönen plugged Bass Melodie, einigen Chords und leichtem Xylophon und doch gelingt es durch den Break die Elemente des Originals Minimal aber geschickt zu adaptieren. Fazit: Eine Doppel A-Seite die mit diesem Mix bestimmt nicht allzulange irgendwo stehen bleibt.



Parov Stelar – Wanna Get (Etage Noir 2004; 12“) Der Titeltrack widmet sich einem jazzlastigen Softhouse Thema wie man es von St.Germain her kennen sollte. Eine Auflockerung des Stücks erfährt man aber durch ein Mr. Scruff ähnliches Bläser Thema, was am besten mit einer Tom & Jerry Szene zu beschreiben wäre. Super Nummer ... und ... super Remix. Den hier durfte sich die Stuttgarter achtohrige Dublex Inc Crew dran austoben. Doch zu unserem Glück haben sie nicht getobt, sondern die Vorlage Stelars genutzt um ein wie oben angedeutetes St.Germain (Rose Rouge) Stück zu basteln. Leichte Shuffle Jazz Drums anstatt knackigem Beat sind hier das Erfolgsrezept. Desweiteren wird noch ein Inverse Cinematics Mix angeboten, der einen coolen Broken Beat zu Grunde legt, nur auf ganzer Tracklänge nicht genügend aus dem Quark kommt. Ansonsten gibt’s noch eine gute Downtempo Nummer von Herrn Stelar die völlig zurückgelehnt auf Sofa abzielt und mit Jazzchords und Bläsersolo den Feierabend einläutet. Bei TV Spielfilm gäb’s jetzt Daumen hoch, bei uns heisst das eben Kopfhörer auf für diese Auskopplung.

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