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21.06.2004:
tassilos plattenquartett

Morrissey | You Are The Quarry

(Attack/Sanctuary Records) Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich mich beruflich mit Musik beschäftige … aber das würde jetzt ein wenig den Rahmen sprengen. Mit seiner Band The Smiths schuf Morrissey in den 80ern eine bis heute selten perfekte Symbiose. Seine Texte, bissig und wunderbar poetisch, voller Weltschmerz und Anklage zusammen mit der Musik Von Johnny Marr, das war wirklich perfekt! Na ja, für den einen Teil – die anderen hassten The Smiths. Heutzutage ist es nicht viel anders, The Smiths gibt es zwar nicht mehr, aber Morrissey macht solo weiter und die Fronten sind immer noch verhärtet. Wie soll man da eine Platte besprechen? „You Are The Quarry“ ist seit langer Zeit mal wieder ein gutes Album. Er packt die Keule aus, Tories, Labour, Oliver Cromwell – Die Liste seiner Opfer ist gewohnt lang, aber feine Zwischentöne wie die Liebeserklärung an seine (inzwischen) Wahlheimat Amerika, welches er vorher auf der Anklagebank zerlegt hat („America is not the World“), gibt es und selbst Jesus vergibt er für alle nicht erfüllten Wünsche („I have forgiven Jesus“). Da ist er nun wieder, in guter Form, volle Attacke und vielleicht gibt es ja irgendwann auch die Smiths-Reunion. Der musikalischen Untermalung seiner Texte würde es gut tun.


Dublex Inc. | Eight Ears

(Pulver rec./SIB) Sehr schönes Debut-Album des Stuttgarter DJ- und Produzenten-Teams! Locker variable Tracks, zwischen Downbeat (Mitwippen) und Upbeat (Tanzen). Ohne gesamplete Beats, sondern mit einem Orchester eingespielt, klingen die Tracks sehr lebendig, funky. Mit ihren Bassläufen, Gitarren, akzentuierten Bläsereinsätzen und den Vocals von Barbara Padron Hernandez (pure Latin-Erotik!) oder dem Bluessänger Wayne Martin.



Florian Keller | Partykeller Vol.1

(Compost Rec.) Partykeller hält, was er verspricht! Von seinem Cover, das an die eigenen alten Mixtapes erinnert (wer hat noch eins?), bis hin zur Trackauswahl, die geschmackssicher und eben Partytauglich ist. Florian Keller reflektiert hier 30 Jahre Club- und Disco-Geschichte aus den Bereichen HipHop, Funk, Boogie und Reggae. Alles Kracher, die uns zurüchbeamen zu den Partys in der Keller-Bar von Nachbar Müller, zwischen Asbach-Cola und Eiche Rustikal. Wenigstens die Musik hatte Stil, das beweißt Florian Keller eindrucksvoll, ist er doch einer der gefragtesten Rare Groove DJs weit über die Republik hinaus. Meine Favoriten sind „Tears“ von Giorgio Moroder und „Uptown Top Rankin“ von Althea & Donna.



Xaver Fischer Trio | Revisited

(Unique Rec.) Dass Xaver Fischers „Space Jazz“ auch clubtauglich ist, hat er schon im 45 bewiesen. Jetzt gibt es aber ein Remix-Album mit teilweise unveröffentlichten Tracks, welches ausgewählte Tracks aus seinen drei Alben auf den Dancefloor katapultiert, aus analog wird digital... Das ist wirklich gut gelungen, vom treibenden House-Mix (Maxwell Implosion), über fette Broken Beats (Matt Flores), bis hin zum Drum’n’Bass Tune (Phoneheads) befinden sich hier Tracks, die viele Musik-Genres bedienen und damit eine abwechslungsreiche CD/DoLP darstellen.

MELZ FASHION


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