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 ( 3.11.2006)

Herbstoffensive auf dem Plattenmarkt! Und ihr seid dabei ...


Autor: Tassilo Dicke

Ein feines Paket an Rezensionen zu aktuellen Plattenveröffentlichungen hat Dr. Nacht geschnürt, um euch die ein oder andere Entscheidungshilfe zu leisten und einen Überblick über aktuelle Club-Musik zu präsentieren, u.a. mit Henrik Schwarz (die beste DJ-Kicks seit langer Zeit), Koop, Thunderball oder der Compost Black Label Serie. Dazu noch ein Hinweis auf eine bemerkenswerte DVD über Richtie Hawtin. Wort hoch!

Pionier-Arbeit – Richtie Hawtin auf DVD


Seit letztem Jahr gibt es „Slices“, ein vierteljährlich erscheinendes Magazin (aktuelle Ausgabe u.a. mit Underground Resistance, Henrik Schwarz, Fat Freddys Drop) welches sich elektronischer Musik widmet. Der Clou: es erscheint als DVD. Also die perfekte Ergänzung zur Raveline... Nun kommt was Neues aus dem Hause Slices/electronic beats: eine neue DVD-Serie, die sich nur mit einem Künstler beschäftigt: „Pioneers Of Electronic Music“ Der Titel verrät es, hier geht es um die ganz großen Künstler, die neue Wege beschritten haben und elektronische Musik zu dem gemacht haben was sie jetzt ist. Die erste DVD widmet sich der Biographie von Ritchie Hawtin.

Der in einem kleinen englischen Kaff geborene Richtie zog schon in seiner Kindheit nach Windsor/Kanada, weil sein Vater dort einen Job bei General Motors annahm.

Die kleine Industriestadt liegt am Detroit River, genau gegenüber von Detroit selbst. Aus dem extrovertierten Jungen in England, wurde in der neuen Heimat genau das Gegenteil. Die fremde Umgebung und das Hänseln der Mitschüler wegen des Akzentes, den sein Bruder und er sprachen, ließen Richtie zum Außenseiter werden, der sich –inspiriert vom Vater- sehr für Technik interessierte. Das musikalische Interesse kam dazu, über Industrial landete er schließlich bei Detroit Techno, die Radiosendungen von Jeff Mills gehören als erster Kontakt dazu. So kam es, dass sich seine Technikbegeisterung schnell mit seiner Liebe für die Musik zusammenwuchs: Weitere Stationen werden erwähnt und gezeit: Seine erste organisierte Party, sein erster Gig, das Studio von John Acquaviva und das gemeinsame Label „+ 8“, das Plastikman-Projekt, sein eigenes Label „Minus“ und der Umzug nach Berlin, via New York, wo er kurzzeitig lebte. Die Dokumentation stellt Hawtins Weg minutiös, aber nie langweilig dar. Sie zeigt die starke Familienbindung, die immer noch besteht, einen introvertierten zielstrebigen beliebten und leidenschaftlichen Musiker, der neue Wege beschritten hat, damit auch hin und wieder Probleme bekommen hat, aber dennoch bis heute unheimlich wichtig für die Szene ist. Momentan erleben wir ihn als ausgelassenen Party-DJ, der mehr auflegt, als dass er im Studio ist. „Eine Phase“ bemerkt er, „das brauche ich gerade“ Aber der Weg ins Studio ist schon für bald geplant und dann soll wieder was neues kommen: „Wir werden sehen...“

Viele Originalaufnahmen von Hawtin selbst und der Familie, Bilder von den Originalschauplätzen und Kommentare von Eltern, Bruder, Freunden, involvierten DJs/Produzenten, gestalten die Dokumentation sehr abwechslungsreich. Die beiden Filmemacher Maren Sextro und Holger Wick haben ein sehr interessantes Stück Techno-Zeitgeschichte dargestellt. Auf der DVD gibt es neben dem Hauptfilm ein Plastikman-Video („Plastique“) und einen Live-Gig von Cybersonik.

electronic beats präsentiert: Slices Special
„Pioneers Of Electonic Music Vol. 1 – Richtie Hawtin“
V.Ö.: 27.10.06, Vertrieb: Intergroove


Links:

www.beatzundkekse.de/dr_nacht_rezensiert.292.0.html

www.eb-slices.net

www.m-nus.com





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