28.10.2004:

Eintopf mit House, Jazz und Videoclips. Los geht es mit dem nächsten Streich des Re:Jazz-Projektes „Point OF View“ (Infracom Rec.). Ist es sonst üblich Jazz clubtauglich zu verwandeln, so werden hier auf sehr charmante Art und Weise Club-Tracks mit den Mitteln des Jazz neu interpretiert. Diesen Job übernimmt das Matthias Vogt Trio, ebenfalls zuständig bei der ersten Ausgabe von Re:Jazz, mit Sängerin Inga Lühning, sowie einigen illustren Gästen wie Nils Petter Molvaer oder Lisa Bassenge. Der rote Faden aller Tracks sind die 90er Jahre, es sind die Tracks, mit denen die Macher des Frankfurter Infracom Labels als DJs groß geworden sind, wie z.B. Soul II Souls’ „Keep On Moving“, „Push Push“ von Rockers HiFi oder „Inner City Life“ von Goldie. Insgesamt eine sehr schöne Wohnzimmer Samstag-Nachmittag-Kurz-Vor-Bundeliga-Platte (oder Sonntag-Nachmittag-Nach-Der-Clubnacht)! +++ Das Tempo wird nun erhöht, der Amerikanische DJ und Produzent Erick Morillo präsentiert sein Debut-Album „My World“ (Silly Spider). Dabei kokettiert er nicht mit irgendwelchen Ungerground-Attitüden, sondern zerrt seinen Sound an die Oberfläche, gleichermaßen tauglich für Club und evt. Chartseinstiege, was auch die Besetzungliste seiner Gäste untermauert: Audio Bullys, P. Diddy oder Boy George. Das Ergebnis lässt sich sehen, ein straightes ehrliches House-Album, kein Meilenstein, aber mit fetten Beats und Funk. +++ Wärmstens empfeheln möchte ich euch noch die DVD von Warp Records: Unter dem Titel „WarpVision – The Videos 1989-2004“ gibt es hier sämtliche Clips, die auch Pionierarbeit geleisten haben, ähnlich wie die Musik des Sheffielder Electronic-Labels. So gibt es hier u.a. Werke von Jarvis Cocker (Pulp) oder Chris Cunningham, dessen „Windowlicker“-Clip von Aphex Twin erst kürzlich in England zu einem der besten Clips überhaupt gewählt wurde. Nicht zu Unrecht! Grandiose Werkschau. +++ Außerdem erwartet uns im November was neues von Phoenix, ein Live-Album: „Thirty Days Ago“. Da bin sehr gespannt und freue mich auch ein wenig … |